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Meine Geschichte und Zeitreise im Rollstuhl

Meine Geschichte und Zeitreise im Rollstuhl

Meine Geschichte und Zeitreise im Rollstuhl

von | 21. Januar 2026 | Gesundheit | 0 Kommentare

Meine Geschichte und Zeitreise zum Rollstuhl ist langatmig und geprägt von unterschiedlichen Erfahrungen sowie Rollstuhl-Modellen. Lasst uns losrollen.

Meine Geschichte und Zeitreise im Rollstuhl

Heute möchte ich euch einen kleinen Einblick in meine Reise mit meinen unterschiedlichen Rollstühlen geben. Vor 33 Jahren habe ich meinen ersten Rollstuhl bekommen. Wie die Zeit vergeht! Es war ein schwerer Schritt, aber er hat mir auch Unabhängigkeit und Freiheit geschenkt. Was ich erst noch lernen und verstehen musste.

Anfangs war ich unsicher und zurückhaltend, aber mit der Zeit wagte ich mich immer mehr hinaus. Zuerst habe ich den Rollstuhl für kurze Strecken benutzt, dann für längere, bis er schließlich zu meinem ständigen Begleiter wurde. Heute benutze ich ihn täglich. Ohne Rollstuhl wäre ich aufgeschmissen. Ich habe gelernt, dass das Leben auch mit einer Behinderung lebenswert und voller Möglichkeiten sein kann. Natürlich gibt es viele Herausforderungen und es werden immer neue Hindernisse auf mich zukommen.

Meine Geschichte und Zeitreise im Rollstuhl

Aber ich lasse mich davon nicht aufhalten! Heute mache ich zwar nur noch kleine Schritte am Rollator, aber diese Schritte zählen für mich doppelt und dreifach, da diese wirklich selten geworden sind. Jeder Tag ist eine neue Chance, das Beste aus meiner Situation zu machen. Wäre das nicht immer so schwer und mit aufwand verbunden, im Gespräch erhielt ich die Aussage: „Die ewig vergessenen“ neustes Beispiel die Selbstbedienungskassen in Supermärkten der großen Handelsketten, trotz Barrierefreiheitsstärkungsgesetz.

Wie seht ihr das?

Das Konzept der Alltagsbarrieren, häufig im Zusammenhang mit Menschen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten erwähnt, beschreibt alle Hindernisse und Erschwernisse, die Menschen im täglichen Leben daran hindern, gleichberechtigt und selbstbestimmt an der Gesellschaft teilzuhaben.

Im Wesentlichen lassen sich Alltagsbarrieren in vier Hauptkategorien einteilen:

1. Architektonische/Physische Barrieren: Diese beziehen sich auf die Unzugänglichkeit der gebauten Umwelt.  Dazu gehören offensichtliche, materielle Hindernisse wie Treppen ohne Rampen oder Aufzüge, zu enge Türen, fehlende taktile Leitsysteme für Blinde und nicht-abgesenkte Bordsteine.

2. Kognitive/Informationsbarrieren: Diese Barrieren entstehen durch Schwierigkeiten beim Verstehen oder Verarbeiten von Informationen. Sie können sich in Form von komplexer Sprache, unklaren Anweisungen oder mangelnder Barrierefreiheit von Informationen manifestieren.

3. Soziale Barrieren: Soziale Barrieren beziehen sich auf gesellschaftliche Einstellungen, Normen und Praktiken, die Menschen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten ausschließen oder diskriminieren. Dazu gehören Stigmatisierung, Stereotypen und mangelnde Inklusion in sozialen Aktivitäten und Institutionen.

4. Attitudinale Barrieren: Attitudinale Barrieren beziehen sich auf individuelle Einstellungen und Überzeugungen, die Menschen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten negativ beeinflussen. Dazu gehören Vorurteile, mangelndes Verständnis und mangelnde Empathie. 

Fehlendes Verständnis für unsichtbare Behinderungen

Unzugänglichkeit von Wissen, Kommunikation und Orientierung entsteht, wenn Informationen nicht in einer verständlichen oder wahrnehmbaren Form vorliegen.  Dies kann durch komplexe Behördensprache, fehlende Gebärdensprache-Dolmetschung, Websites ohne Vorlesefunktion oder in einfacher Sprache sowie unverständliche Piktogramme geschehen. Soziale und einstellungsbedingte Barrieren entstehen durch Vorurteile, Diskriminierung und Stigmatisierung. Diese Hindernisse entstehen in den Köpfen und im Verhalten anderer Menschen. Fehlendes Verständnis für unsichtbare Behinderungen wie chronische Schmerzen, Mobbing, Ausgrenzung im Arbeitsleben sowie unangebrachtes Mitleid oder Herablassung sind Beispiele dafür.

Meine Geschichte und Zeitreise im Rollstuhl

Institutionelle und prozedurale Barrieren entstehen durch starre Regeln, Bürokratie und unflexible Systeme. Diese Hindernisse werden durch Gesetze, Vorschriften und die Organisation von Diensten geschaffen. Komplizierte Antragsverfahren für Hilfsmittel, unflexible Arbeitszeiten und fehlende Anpassung von Prüfungsmodalitäten in Bildungseinrichtungen sind Beispiele dafür. Im Kern geht es also darum, dass die Umwelt – im weitesten Sinne, von Gebäuden bis zu Regeln – so gestaltet ist, dass sie nicht die Vielfalt menschlicher Bedürfnisse berücksichtigt, was zu Ausschließung führt. Das ständige Aufholen und Ausgleichen aller Alltagsbarrieren ist in meinem Alter und mit meinen Einschränkungen im Rollstuhl nur noch bedingt möglich oder oftmals eben nicht mehr. Dies gehört ebenfalls zur Wahrheit beim Thema „Meine Geschichte und Zeitreise im Rollstuhl“.

Manchmal fühle ich mich zerbrechlich, dann wieder wie ein Powerman mit MS. Beides ist okay, denn es ist mein Leben. Mit MS zu leben ist wie ein Balanceakt zwischen dem, was man möchte, und dem, was man kann. Mit Multipler Sklerose (MS) zu leben, ist eben auch immer ein Balanceakt zwischen Wollen und Können. Wie gerne würden viele von uns doch einfach nur wollen!

Bis bald!

Frank, alias MS.Powerman

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