Ob die gesetzliche Krankenversicherung, die Pflege oder das Thema Rente – das Buffet des Grauens wird gerade aufgetischt. Dazu mein "Kommentar" in diesem Artikel auf MSBlogPlus.de.
Das Buffet des Grauens?
Hallo! Die Verunsicherung der Menschen mit Behinderungen, Rentner und Pflegebedürftiger ist groß. Hinzukommen die Social-Media-Posts mit all den Haltungen, Meinungen und Halbwahrheiten. Die machen es bekanntlich nicht besser. Ist einer der Meinung, dass solche Beiträge etwas aufhalten würden? Hier mein Kommentar zum Pflegesystem. 👨🏻💻
Pflegeleicht oder nicht?
Seit ihrer Einführung im Jahr 1995 bietet die Pflegeversicherung eine solidarische Absicherung des Risikos. Geplant sind jetzt »höhere Beiträge und weniger Leistungen«. Die Bundesregierung plant, die Rentenpunkte für pflegende Angehörige zu kürzen – genau die Menschen, die das Pflegesystem über Jahre tragen. Dieser Entwurf verschärft die Probleme des Pflegesystems, das Menschen in Armut treibt und Pflege zu einem Luxus macht. Er löst keine der bestehenden Herausforderungen, sondern verschlechtert die Situation für alle Betroffenen: Pflegebedürftige, pflegende Angehörige und beruflich Pflegende. Familienstreitigkeiten sind vorprogrammiert, was für alle, die darauf angewiesen sind, keine guten Aussichten sind und zu extremen Kosten an anderer Stelle führt, wie wir gleich sehen werden. 💶
Kinder sollen wieder die Pflege ihrer Eltern finanzieren, da sich der Staat aus der Verantwortung ziehen will?
- Für die Pflegegrade 2 und 3 sollen die Hürden steigen. Wer die notwendige Unterstützung benötigt, aber keinen Pflegegrad erhält, wird de facto Leistungen verlieren.
- Die Rentenansprüche für pflegende Angehörige sollen gekürzt werden, obwohl sie zwei Drittel der Pflege in Deutschland leisten und bereits jetzt von Armut und Burn-out bedroht sind.
- Leistungszuschläge für Menschen in Pflegeeinrichtungen sollen erst nach einer längeren Verweildauer gewährt werden, wenn viele der Betroffenen die Zuschüsse nicht mehr erhalten können.
- Vier Jahre lang soll die Verpflichtung zur tariflichen Bezahlung für Pflegekräfte ausgesetzt werden – für Berufe, die ohnehin mit schwierigen Bedingungen und fehlender Anerkennung kämpfen. Wer erinnert sich noch an das Klatschen aus der Corona-Zeit?
Die Milliarden zurückführen
Das bestehende Defizit ist auch Ergebnis einer langjährigen Praxis, gesamtgesellschaftliche Aufgaben über die Pflegekassen zu finanzieren. Egal, wer Regierungsverantwortung getragen hat - da bleibt die Frage: Ist dies verantwortungsvoll, dies darf sich jeder Wähler selbst beantworten. Der Bund muss die Milliarden zurückführen, die der Pflege entzogen wurden. Langfristig führt kein Weg an einer aktiven Pflegevollversicherung vorbei, die Menschen wirklich absichert. Die breite Bevölkerung kann die Finanzierung nicht mehr privat aufrechterhalten oder noch erweitern, was zu einer monatlichen Abwärtsspirale in der Breit führt, und Zwist in Familien sät.
Eine Reform, die kürzt statt stärkt, verfehlt ihren Auftrag, ist nicht tragfähig und kostet perspektivisch mehr. Sobald die zwei Drittel der Pflege von zu Hause in Pflegeeinrichtungen ziehen, ersticken die Kommunen an den enormen Kosten. Die Frage sollte nicht sein, ob wir uns den Sozialstaat noch leisten könnten, sondern ob die Politik mutig und bereit ist, Wege zu gehen, um ihn zu erhalten!
Bis bald!






0 Kommentare